B. I.: ZDF: Qualität nach Bellut

Qualität frei nach Bellut, Intendant, ZDF

Auf die unglaublichen systemrelevanten Skandale wie „Tagesschau“ und „Deutschland Beste“ aber auch einer ganzen Serie weiterer Beitragsentgleisungen reagiert das ZDF nicht mit gezielten Restrukturierungen, sondern kontert mit einer ganz eigenen Sicht, sich und den Anstalten im Allgemeinen „Vertrauen“ zu bestätigen. 

Zu keinem Zeitpunkt bemühen sich ARD / ZDF um tatsächliche Aufklärung, es gibt keine offene Analyse zu den Ursachen eines massiven Vertrauensverlustes und folglich auch keine Anpassungen. 

Der Umgang mit dem Thema Vertrauen wird vom ZDF mit einer Veröffentlichung in der FAZ vom 03.07.2015 auf eine Stufe perfidester Hybris und Arroganz gestellt. 

„Das Vertrauen in die Qualitätsmedien besteht“. 

Umfrage, von Thomas Bellut. Thomas Bellut ist kein geringerer als Intendant des ZDF. Und der hat Interessen, Eigeninteressen.

Das Interview hat Vorgeschichte. Seit geraumer Zeit wird an der Berichterstattung, nicht nur des ÖRR, sofern auch der sog. Mainstream-Medien Kritik geübt. Kritik ist nicht neu, aber sie artikuliert sich: anders. 

Bellut führt aus:

„In den Medien gibt es derzeit eine angeregte Debatte über die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung. Die Themenfelder Ukraine – Russland, Gaza-Konflikt und auch der „Lügenpresse“-Vorwurf haben für teilweise heftiges Engagement von Zuschauergruppen gesorgt, die jeweils ihre Ansichten in der Berichterstattung wiederfinden wollten.“

Schon hier resultiert die unvollständige Analyse in einer reduzierten und fehlerhaften Schlussfolgerung: Ein Grund für die Glaubwürdigkeitsdebatte liegt nicht in erster Linie darin, dass sich Zuschauer in der Berichterstattung nicht wiederfinden. Glaubwürdigkeitsverluste sind durch das Manipulative, das Weglassen, das Klittern, das Falsch-Darstellen verursacht.

Bellut weiter: 

„Die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung ist für alle Medien ein wichtiges Thema, für einen öffentlich-rechtlichen, von allen finanzierten Sender ist es die Existenzgrundlage. Vertrauen die Zuschauer der Unabhängigkeit, der Korrektheit der täglichen Nachrichten, Dokumentationen und Reportagen, oder stehen sie der Werthaltigkeit, der Korrektheit der Botschaften skeptisch gegenüber?“

Der Intendant des ZDF – Hauptverantwortlicher für die Qualität des Senders – erhebt die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung zur Existenzgrundlage des ÖRR! Daran wird er sich messen lassen müssen.

Bellut führt weiter aus: 

„Die Debatte verlangt nach einer wissenschaftlichen Untermauerung zur Eigendiagnose. Deshalb hat die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF im Juni eine repräsentative Umfrage durchgeführt, um die Glaubwürdigkeit der Mediengattungen und einzelner Medien aus der Sicht ihrer Nutzer abschätzen zu können.“

Kommentar:

„Die Forschungsgruppe Wahlen e.V. (FGW) ist ein Institut für Wahlanalysen und Gesellschaftsbeobachtung mit Sitz in Mannheim. … . Die Arbeit der Non-Profit-Organisation wird nach eigenen Angaben ausschließlich durch finanzielle Mittel des ZDF getragen.“
Quelle: wikipedia.

Bellut beauftragt seine eigene 100% Tochtergesellschaft des ZDF – viele ZDF-Leute sind dabei –, um die Glaubwürdigkeit maßgeblich des ZDF, ein wesentliches Kriterium für Qualität, feststellen zu lassen. „Checks-and-Balances“ wird als Führungskonzept völlig abgelehnt. Aber dadurch werden dann Inzucht und „mafiöse“ Struktur- und Verhaltensmerkmale begünstigt. Das Gutachten eines unabhängigen Dritten könnte das ganze Kartenhaus auch schnell zum Einsturz bringen. So bleibt der Verdacht unerträglicher Eigenpropaganda.

Bellut: 

„Bei der Bewertung wurde analog zum Politbarometer eine Elfer-Skala (Thermometer von minus fünf bis plus fünf mit einem Nullpunkt dazwischen) benutzt. Dadurch ergeben sich vergleichbare Durchschnittswerte. Die Ergebnisse sind eindeutig“.

Die wissenschaftlichen Methoden werden im Einzelnen nicht bekannt gemacht. Es gibt einen Hinweis auf der Homepage von der FGW, aber nichts Konkretes zur hier durchgeführten angeblichwissenschaftlichen“ Studie.

Die Ergebnisse der ZDF-Studie zur „Glaubwürdigkeit“ nach Bellut:

  • „Die privaten Fernsehsender werden deutlich schwächer (+0,1) und
    die sozialen Medien (-1,4) wie Twitter und Facebook besonders schlecht bewertet.
  • „Mit ihren Nachrichten erhalten ARD (+2,7) und ZDF (+2,6) noch bessere Glaubwürdigkeitswerte als für ihr Gesamtangebot.“
  • „Sogar die Nutzer der Privatsender beurteilen die Nachrichten der Öffentlich-rechtlichen als glaubwürdiger als die von Sat.1 (+1,3) und RTL (+1,1).“
  • „Politisch Interessierte schätzen die Nachrichten von ARD und ZDF in besonderem Maße, während sich die weniger Politikinteressierten mehr bei den Nachrichtenangeboten der Privatsender wiederfinden.“

Und das Fazit des Intendanten zu der Studie seines Senders:

„Auch hier geben die Ergebnisse keinen Hinweis für eine grundlegende Glaubwürdigkeitskrise. Vielmehr hat die Untersuchung gezeigt, dass Nachrichten und politische Informationsangebote die entscheidende Basis für die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Sender sind. Es fällt aber auch auf, dass Menschen, die das Internet besonders intensiv nutzen, den Nachrichtensendungen tendenziell kritischer gegenüberstehen.“

Also: Der Benchmark-Sieger von Bellut, Chef-Intendant des „Staatssenders ZDF“, auf Basis der nicht genannten wissenschaftlichen Methode der 100%-Tochter des ZDF, lautet: ARD und ZDF!

Höchste Glaubwürdigkeit, höchste Qualität der Nachrichten von allen, von allem! Ganz dicht nach der Nummer „1“ – Nummer EIns – folgt die Nummer „2“ zwEI.

Fazit: ZDF: Qualität nach Bellut

==> Der ÖRR kennt keine Bewertung von aussen, von unabhängigen Experten! ÖRR ist ein in sich geschlossenes, selbstreferenzierendes System.

==> Das ZDF missbraucht die Ressourcen der Allgemeinheit. Diese Eigenhudelei wird mit Zwangsbeitrag finanziert. Wer nicht zahlt, dem droht Haft.

==> Das ZDF hat den Betrug im Fall „Deutschlands Beste“ vollendet. Nun werden wieder die Privaten mit einbezogen, um Verstärkung mit ins Boot zu holen. Welch perfider Trick.

==> Wo sind die Gremien, der Gesetzgeber? Wo ist die omnipotente Dame von der SPD, um „Qualität“ festzustellen und Missbrauch zu unterbinden. Nein: die Staatlichen – überall in den Gremien des ÖRR präsent – unternahmen nichts. Es gibt keine Qualität.

==> Ohne Qualität, kein Vorteil. Ohne Vorteil, kein Zwangsbeitrag.

==> Vertrauen wird systematisch zerstört. Vertrauen nach Bellut ist eine brutale Schimäre! Missbrauch, Lug und Betrug heissen die verlässlichen Determinanten.

==> Das Verhalten schlägt direkt durch: auf Kirchen und Politik.

Auch die ARD organisiert Qualität und Vertrauen

Was die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ist, ist infratest dimap für die ARD. Mittels Zwangsbeiträgen beauftragt die ARD das sog. Meinungsforschungsinstitut umfassend. Nach 2015 und 2016 beauftragte der WDR 2018 infratest zum dritten Mal, eine Studie zur Glaubwürdigkeit deutscher Medien durchzuführen. Wie immer steigt das Vertrauen total an, wobei ARD und ZDF absolute Spitze sind. Die Studien werden mittels Zwangsbeitrag finanziert. infratest dimap gehört zu WPP, der weltgrößten Werbeholding. Kurz nach Veröffentlichung der Studie am 01.03.2018 brach der Aktienkurs von WPP um über 13 Prozent ein.

Eine Civey-Umfrage hatte ergeben, dass „Rund 39 Prozent für Abschaffung von ARD und ZDF“ sind.
Quelle: SPON, 03.03.2018.